STIPENDIUM

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NRW Stipendium für Medienkünstlerinnen (2012)

Denise Ritter, Witten (*1971)

Jury-Statement zu Denise Ritter (Stipendium 2012)

Die oft mehrkanaligen elektroakustischen Kompositionen in den Klanginstallationen, -skulpturen und –objekten der Künstlerin und Diplom-Geografin Denise Ritter (Witten) gehen immer von realen Klangsituationen aus – wie z.B. den Geräuschen eines Walzwerks in Lothringen; Tönen, die die Künstlerin beim Einschlafen macht; dem Kratzen von Pflanzenblättern auf Mauerwerk; dem Funkkontakt zwischen der Erde und der Internationalen Raumstation ISS. Neben der präzisen und differenzierten Ausarbeitung der Kompositionen hat die Jury insbesondere Ritters künstlerischer Umgang mit Raum und Form überzeugt (die Künstlerin nennt sie „audiokartografische Installationen – begehbare Bodeninstallationen – mit Kartensignaturen aus Kabel, Lautsprecher und Kompositionen, die den Landschaftsraum, in dem sie entstehen, widerspiegeln“). Ihr Projektvorhaben „small world wide“ geht von dem sogenannten „Kleine-Welt-Phänomen“ aus, nach dem angeblich jeder weltweit jeden über maximal sechs Ecken kennt („six degrees of separation“). Die Künstlerin wird zehn Zielorte festlegen (z.B. die Internationale Raumstation ISS, das Forschungsschiff Polarstern des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meersforschung, den Kenogami-Urwald in Ontario, etc.) und über zehn „Startpersonen“ Aufnahmegeräte über eine Kette von Bekanntschaften an die zehn Zielpunkte gelangen lassen, die von zehn „Zielpersonen“ per Audioaufnahmen dokumentiert werden sollen. Das so generierte Audiomaterial wird zum Ausgangspunkt einer neuen audio-kartografischen Installation.

Denise Ritter (*1971) studierte 1990 – 1998 Geografie in Saarbrücken und 2003-2007 Freie Kunst an der HBKsaar (Audiovisuelle Kunst bei Prof. Christina Kubisch; Neue Digitale Medien bei Prof. Tamas Waliczky). Ausstellungen u.a. im Rahmen von Sonambiente Berlin, 2006, und in der Singuhr Hörgalerie im Kleinen Wasserspeicher Berlin, 2007. 2008 schloss Denise Ritter ihr Meisterschülerstudium bei Prof. Christina Kubisch ab und war Stipendiatin der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen. 2010 erhielt sie den Deutschen Klangkunstpreis (Skulpturenmuseum Glaskasten Marl). Seit 2010 ist Denise Ritter Vorstandsmitglied der DEGEM (Deutsche Gesellschaft für Elektroakustische Musik e.V.).



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