Silke Schönfeld

21. September 2024 - 26. Januar 2025 Dortmunder U, Ebene 3
Bild: Silke Schönfeld, Family Business, Filmstill, Ruhr Ding: Klima, 2021

Stichworte: Unausgesprochenes spürbar machen // teilnehmende Beobachtung // Wechsel Nähe/Distanz // Widersprüche stehen lassen // beharrliche Kamera // Gruppendynamiken/Gemeinschaften // Reiz des Dokumentarischen ist im Spezifischen das Allgemeine/Gemeinsame zu finden // Kontinuitäten des Nationalsozialismus in der deutschen Gesellschaft // räumliche Inszenierungen der Filme/Positionierung der Besucher*innen //

Silke Schönfelds filmische Arbeiten bewegen sich in unterschiedlichem Maße zwischen Dokumentation und Fiktion, indem persönliche Geschichten mit historischen und gesellschaftlichen Strukturen verwoben werden. Als teilnehmende Beobachterin rückt sie Menschen in den Fokus, seien es einzelne Protagonist*innen oder gesellschaftliche Gruppen. Ihr Interesse gilt der unaussprechlichen menschlichen Erfahrung. Während sie ihren Protagonist*innen folgt, dokumentiert sie Erinnerungen, Rituale, Ideologien und Prozesse der Identitätsbildung. Ihre Filme erheben nicht den Anspruch einer detaillierten Darstellung oder einer vollständigen Aufzeichnung von Ereignissen, sondern konzentrieren sich auf subtile soziale Phänomene und von Gemeinschaften geprägte Strukturen. Silke Schönfelds Kamera ist beharrlich. Die Aufnahmen sind lang und zeigen Innenräume und Landschaften wie Stillleben. Während der Aufnahmen taucht sie in bestimmte Kontexte ein, konfrontiert sich mit ihren eigenen Vorurteilen, nutzt die Mehrdeutigkeit und hinterfragt die Authentizität von bewegten Bildern.

Silke Schönfelds Ausstellung im HMKV Hartware MedienKunstVerein umfasst sieben großformatige Videoinstallationen aus den letzten fünf Jahren – zwei davon sind Neuproduktionen, die speziell für diese Ausstellung entstehen und hier ihre Premiere feiern werden. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation (de/en).

Silke Schönfeld (*1988 in Idar-Oberstein) ist bildende Künstlerin und Filmemacherin, lebt in Dortmund und Amsterdam. Sie studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Kunstakademie Münster. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Kunstausstellungen und auf Filmfestivals ausgestellt, u.a. im Goethe-Institut, Paris (FR), Folkwang Museum, Essen (DE), Garage Rotterdam (NL), Building Bridges Art Exchange, Santa Monica (US). Indem sie persönliche Geschichten mit historischen und sozialen Strukturen verwebt, taucht sie in spezifische Kontexte ein und setzt sich mit ihren eigenen Vorurteilen auseinander. Zu ihren Werken zählen u. a. der Kurzfilm Ich darf sie immer alles fragen (2023), der ein intimes, transgenerationales Trauma verhandelt und der den Prolog zu einem autobiografischen Langzeitprojekt bildet. Die dreiteilige Videoinstallation Family Business (2021) zeichnet die Entwicklung eines Ortes nach: vom Haushaltswarengeschäft über das Fastfood-Restaurant bis zum Bandprobenraum.

 

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