Die Revolution hat ein weibliches Gesicht

HMKV im Dortmunder U | Ebene 3

Zhiyuan Yang, Make a Little Sun, Videostill, 2024, © Zhiyuan Yang

Das Buch Die Revolution hat ein weibliches Gesicht (Suhrkamp 2021) der belarussischen Philosophin Olga Shparaga berichtet über die Revolution in Belarus 2020 und über die zentrale Rolle der Frauen in diesem Prozess. Was sich seit den Präsidentschaftswahlen am 9. August 2020 in Belarus abspielt, geht über eine regionale Protestbewegung gegen gefälschte Wahlen weit hinaus. Der Brutalität des Regimes setzen Hunderttausende mutige Bürger*innen aller gesellschaftlicher Schichten Gewaltfreiheit, kreative Vielfalt und dezentrale Selbstorganisation entgegen. In Minsk und vielen anderen Städten des weithin unbekannten Landes zwischen Russland und der EU wird Geschichte geschrieben. Weiblich, friedlich, postnational – so charakterisiert die Autorin die Umwälzung in ihrem Land und stellt die Ereignisse in den Kontext europäischer und globaler Emanzipationsbewegungen.

Im Gespräch mit Inke Arns, Co-Kuratorin von Genossin Sonne und Direktorin des HMKV. Der Eintritt ist frei.

Olga Shparaga, geboren 1974, studierte Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum und an der Belarussischen Staatlichen Universität in Minsk. Zwischen 2001 und 2014 lehrte sie an der European Humanities University in Minsk (seit 2005 aus dem Exil in Vilnius). 2014 gründete sie zusammen mit ihrem Kolleg*innen das European College of Liberal Arts in Belarus (ECLAB) in Minsk. 2020 wurde sie zweimal verhaftet und ging daraufhin ins Exil. Im Wintersemester 2025 war sie Käthe Leichter Gastprofessorin an der Universität Wien und im Moment forscht sie als Gastwissenschaftlerin an der FernUniversität Hagen. Shparaga ist Mitglied der feministischen Gruppe, gegründet während der Proteste in Belarus als Teil vom Koordinierungsrat, politischen Organ der Opposition gegen den Diktator Alexander Lukaschenko. 2024 wurde ihr der Voltaire-Preis der Universität Potsdam verliehen.

 


©Fernuniversität Hagen

 

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe Kleiner Freitag des Dortmunder U statt.

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